Aus den Augen, aus dem Sinn

Wo kommt unser Abwasser hin?

AUFGEKLÄRT

Aus den Augen, aus dem Sinn. Sobald die Klospülung betätigt wurde oder das Abwaschwasser den Abfluss runter rinnt machen wir uns oft keine Gedanken mehr darüber, was mit unserem schmutzigen Wasser eigentlich passiert. Wir haben einen Blick hinter die Kulissen geworfen:

Das darf nicht ins Klo / in den Abfluss?


Hygieneartikel

Windeln, Tampons, Feuchttücher und Kondome gehören auf keinen Fall ins Abwasser. Im Klärwerk muss dann nämlich alle mit Sieben rausgenommen und dann im Restmüll entsorgt werden. Ist unnötig, vor allem wenn man diese Sachen gleich im Restmüll entsorgt.

Medikamente

Schon mal darüber nachgedacht, was mit den Medikamenten, die ins Abwasser gelangen passiert?

Die Inhaltsstoffe die freigesetzt werden - wenn sich die Medikamente auflösen - können nicht alle von der Kläranlage raus gefiltert werden. Also landet das alles wieder in unserem Trinkwasser. Damit schaden wir nicht nur der Umwelt, sondern auch uns selbst.

ESSENSRESTE

Kurz gesagt: Je mehr Speisereste ins Abwasser kommen, umso mehr schädliche Nährstoffe landen dort und dadurch wird die Reinigung in den Kläranlagen viel aufwendiger als sie sein müsste. Außerdem werden von den Essensresten Ratten angelockt.

CHEMIKALIEN, LACKE, DÜNGER & PUTZMITTEL

Eigentlich ist es logisch, aber wir erwähnen es trotzdem: KEINE CHEMIKALIEN INS ABWASSER! Es ist ein Haufen Arbeit für die Klärwerke das Wasser dann wieder zu reinigen. 

Bei den meisten Lacken, Farben oder Düngerverpackungen steht sowieso drauf in welchen Sondermüll es gehört. Einfach daran halten, dann kann nichts passieren.

ZIGARETTENKIPPEN

Nicht alle Substanzen und Giftstoffe können die Klärwerke restlos rausfiltern. Nicht nur, dass die Giftstoffe von Zigarettenkippen für uns gefährlich sind, für Fische sind sie meistens sogar tödlich.

KATZENSTREU

Falls du heute geplant hast noch schnell das Katzenklo sauber zu machen, dann denk daran: Katzenstreu hat nichts in den Abwasserrohren verloren! Es verklumpt und verstopft dann die Rohre.

Was passiert in einer kläranlage?



Die Reinigungsstufen 

Wenn Spülmittel, Klopapier und Regenwasser die Kanalisation hinunterfließen, ist ihr Ziel die Kläranlage. Damit das Abwasser aber wieder sauber in die Mur fließen kann, muss es gereinigt werden. Das verunreinigte Wasser durchläuft in der Kläranlage viele Reinigungsstufen. 

Mechanische Reinigung

In der ersten Reinigungsstufe werden grobe Materialien wie Steine oder Hygieneartikel aus dem Wasser gesiebt. Große Rechen reinigen das Wasser vom groben Müll. Dieser wird auch "Rohschlamm" genannt.


Sand- & Fettfang
Nach der groben Reinigung ist Wasser natürlich noch lange nicht sauber. Es ist noch mit Fett und Sand verunreinigt. Die nächste Reinigungsstufe filtert diese Stoffe heraus.


Biologische Reinigung

Danach fließt das Wasser weiter zur biologischen Reinigung. Dort kommen Bakterien zum Einsatz, die sich im Abwasser vermehren. Sie ernähren sich vom Schmutz im Wasser und fressen die Schadstoffe einfach weg. Übrig bleibt gereinigtes Wasser.



Nachklärbecken
Im letzten Schritt wird das Wasser von den Bakterien getrennt. Der "belebte Schlamm" sammelt sich am Boden des Nachklärbeckens und kann wieder verwendet werden. Das saubere Wasser fließt anschließend in die Mur.


Warum sieht das gereinigte Abwasser oft so dunkel aus?

Dieses Phänomen ist weltweit zu bestaunen. Das gereinigte Wasser enthält keine Schwebstoffe (Bodenteile, Pflanzenreste). Dadurch wird das einfallende Licht nicht reflektiert und das Wasser wirkt dunkler. 

Was passiert mit dem Müll / Rohschlamm, das aus dem Abwasser gesiebt wird?

In der Kläranlage landet der Rohschlamm in "Faultürmen". In diesen Silos beginnt der Schlamm bei 37 Grad Celsius zu faulen. Dadurch entsteht Methangas. Das Gas wird in der Kläranlage verbrannt. Somit werden 80 Prozent der benötigten Energie direkt dort produziert. Wenn das ganze Gas aus dem Schlamm entwichen ist, wird er entwässert und in einem Fernheizkraftwerk verbrannt.

     

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