Affenpocken: Entwarnung

Kärntner Virologe kann beruhigen

Affenpocken: Das steckt dahinter...


"Kommt jetzt die nächste Pandemie?" oder "Ich seh uns schon wieder im Lockdown!", aber auch "Jetzt geht das Theater von vorne los!"...

Diese Sätze und viele mehr, haben wir in den vergangenen Tagen gehört. Der Grund: "Affenpocken".

Fälle der Krankheit, die in Europa eigentlich aus ausgerottet gegolten hat, sind zuletzt gehäuft bekannt geworden. Seit Sonntag gibt es auch in Österreich - in Wien - einen ersten bestätigten Fall. Nachdem wir alle ein bisschen "geschädigt" sind, wenn über neue, unbekannte Krankheiten gesprochen wird, haben wir den Kärntner Infektiologen und Virologen - Ulrich Zerlauth - kontaktiert. Er arbeitet als Krankenhaushygieniker im Klinikum Klagenfurt und ist außerdem Experte für Tropenkrankheiten.


"Kein Grund zur Aufregung!"


Starten wir einmal bei "Null" - was sind "Affenpocken"?

Eigentlich eine Krankheit, die Nagetiere betrifft. Menschen und Affen sind eigentlich "Fehl-Wirte" - also die Viren können sich in Menschen- und Affen-Körpern eigentlich gar nicht vermehren - nur in Außnahmenfällen. Dementsprechend langsam läuft auch die Übertragung bzw. die Ausbreitung. Diese ist zum Glück nicht so explosionsartig wie bei Covid-19.

Sind diese Pocken mit dem Coronavirus vergleichbar?

Nein, in keinster Weise! Soweit bisher bekannt ist, ist sein sehr enger Kontakt mit einem Infizierten nötig, um sich anzustecken. Viele Erkrankungen werden also ins Leere verlaufen und die Krankheit wird wieder verschwinden.

Wo könnte ich mich anstecken?

Infizierte sind Überträger. Allerdings kommt es zum Großteil nur über die Flüssigkeit in den Pusteln, die Erkrankte auf der Haut haben, zu Ansteckungen.


Virologe Ulrich Zerlauth vom Klinikum Klagenfurt


Wie gefährlich ist die Erkrankung?

Nicht sehr gefährlich! Die meisten haben Grippe-ähnliche Sympthome. Nur ein sehr geringer Anteil hat Verläufe, die diese Eiter-Pusteln verursachen. Und ein noch geringerer Teil der Infizierten hat einen ganz schweren Verlauf. Dafür gibt es aber Antikörper, die dann verabreicht werden.

Sind Affenpocken tödlich?

Sie kann tödlich ausgehen - aber wirklich nur in den allerseltensten Fällen. Aber kein Grund zur Aufregung - die Erkrankung ist ja nicht sehr ansteckbar.

Wirkt die Pockenimpfung, die ja bis 1981 zu den "Pflichtimpfungen" gezählt hat, noch?

Experten gehen davon aus, dass noch ein gewisser Impfschutz da ist. Der wird allerdings nicht sehr hoch sein. Wie zu Beginn gesagt: Menschen sind ohnhin nur "Fehl-Wirte" - damit ist die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung ohnehin sehr gering.

Sollte man sich impfen lassen?

Nein, dazu gibt es auch keine Möglichkeit! Das ist auch nicht vorgesehen - die Pocken-Impfung ist nicht so verträglich wie andere, zugelassene Impfungen.

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