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Die Geschichte der Antenne Steiermark und des Senders

1938 - Die Geschichte des Senders beginnt

Die Geschichte des Senders beginnt eigentlich Mitte der 30er Jahre. Damals begann man in Deutschland Sender zu errichten, die nur für die Ausstrahlung von Sendungen ins Ausland bestimmt waren. In Deutschland nannte man diese Sender "DES" (Deutsche Europa Sender).
1938 forcierte man den Ausbau der "DES", da die Okkupationspolitik einen Propagandakrieg über Äther erwarten ließ. Die Deutsche Reichspost wurde beauftragt, nur mehr Großsender zu errichten, die einen raschen Frequenzwechsel gestatten. Man nannte diese Sender "Umbausender".

Nach dem Anschluß Österreichs an Deutschland lag es nahe, auch um Südosten unseres Landes einen "DES" zu errichten. Dem Sendeleiter in der Steiermark, Franz Huber (war seit 1925 Sendeleiter nach dem Anschluß 1938 wieder zum Sendeleiter bestellt) gelang es, dem damaligen Postminister Ohnesorge einzureden, daß es zweckmäßig sei, nahe von Graz einen Großsender zur Programmübertragung in den südosteuropäischen Raum zu errichten. Und so kam es zum Beschluß, in Dobl einen Großsender mit der Leistung von 100KW aufzustellen - den deutschen Europasender "ALPEN".

1939/40 - Bau des Senders in Dobl

Gebaut wurde die Senderanlage in den Jahren 1939/40.
Zur Technik des Senders ließe sich viel sagen, von der damals modernen Anodenmodulation bis zum Gleichwellenbetrieb oder dem imposanten Notstromaggregat, auch zum 156m hohen Sendemasten, der mit seinen rund 47 Tonnen auf einer Fläche von ca. 50m2 steht, und zum schindeldachgedeckten Gebäude, das in seiner Erscheinungsform typisch für die damalige Zeit war.

1941 - Betriebnahme

Am 22. Februar 1941 wurde der Sender in Betrieb genommen.

1942 - 24 Personen beschäftigt

Während des Krieges strahlte der Sender nur fremdsprachige Programme aus. Es handelte sich um Propagandasendungen für die Balkanländer. In dieser Zeit waren beim Sender 24 Personen beschäftigt. 1942 hatte das Reichspropagandaministerium 56 DES in betrieb und gesendet wurde in 28 europäischen Sprachen.
1944

Im Dezember 1944

wurde der Sender von Tieffliegern unter Beschuß genommen, der Schaden war nur gering. Die Ausfallzeit des Senders betrug 2 Stunden.

1945

sollte der Sender auf Befehl des Gauleiters Überreiter gesprengt werden. Die Angestellten sabotierten die Sprengung und hielten den Sender so lange besetzt, bis die russische Besatzung eintraf.
1945 entstanden in Österreich 4 Besatzungszonen und entsprechend diesen Zonen vier Sendegruppen:

  • Die Sendergruppe West / Tirol, Vorarlberg
  • Die Sendergruppe Rot-Weiß-Rot / Salzburg Oberösterreich
  • Die Sendergruppe Alpenland /Kärnten, Steiermark
  • Radio Wien / Wien, Niederösterreich, Burgenland

Der Sender Dobl kam zur Sendergruppe Alpenland. Das Programm das über den Sender ging, kam aber aus England vom BBC-Auslandsdienst und war für die Balkanländer bestimmt.

1950 - Alpenland 2

Ab 1950 sendet die Sendergruppe Alpenland ein zweites Programm. Dieses Programm "Alpenland 2" wurde vom Sender Dobl ausgestrahlt, allerdings nur in den BBC-freien Sendezeiten.

1955 - BBC-Sendungen zu Ende

Mit dem Staatsvertrag 1955 war die Zeit der BBC-Sendungen zu Ende. Nach dem neuen Staatsvertrag war es nicht einfach, die vier Sendergruppen zu einem Österreichischen Rundfunk zusammenzuführen.

1967 - Österreich 2

Vom Sender Dobl wurde bis 1967 das Programm "Österreich 2" ausgestrahlt, ab 1967 das Programm "Ö 1" und dann "Ö Mix".

1984 - Stillgelegt

Mit dem Ausbau des UKW-Sendernetzes verloren die Mittelwellensender immer mehr an Bedeutung, denn die UKW-Sender brachten eine hörbare Qualitätsverbesserung.
Der Sender Dobl war der größte und letzte Mittelwellensender in der Steiermark, der stillgelegt wurde. Mit 1.3.1984 ging der Betrieb des Senders zu Ende. Der ORF verkaufte die gesamte Senderanlage an die Gemeinde Dobl.
Von Mag. Peter Donhauser (Technisches Museum Wien) wurde ein technikhistorisches Gutachten erstellt, in dem es unter anderem heißt: "Es handelt sich um die letzte in Europa erhaltene Anlage der Umbausender aus der Zeit um 1940............"

ab 1995

1995 fanden wir mit dem Privatradio Antenne Steiermark einen Platz, der einerseits dem historisch-technischen Ambiente gerecht wird und andererseits neue Impulse setzt. Im denkmalgeschützten Gebäudekomplex war außerdem bis 2004 die Musikschule Strunz untergebracht, die Schüler von weit her anzog.

Die Antenne Steiermark ging am 22.09.1995 als erstes Privatradio in Österreich "on air". Das Konzept, eine sinnvolle und starke Alternative zum öffentlich rechtlichen Rundfunk (ORF) zu bieten, ging voll auf.

Das junge, engagierte Team von Gründungsgeschäftsführer Dr. Alfred Grinschgl hat es geschafft, dieses Konzept von Beginn an erfolgreich umzusetzen.
Mit 18 Sendeanlagen im gesamten Bundesland erreicht die Antenne Steiermark 98% der Steirerinnen und Steirer.

Die Einsatzbereitschaft und der Ehrgeiz des gesamten Teams sind bis heute erhalten geblieben und werden immer wieder mit hervorragenden Tagesreichweiten belohnt 200.000 Tageshörer können von früh bis spät nicht mehr von der Antenne lassen und nützen damit kostenlos das bunt gemischte Angebot aus Information, Service, Unterhaltung und abwechslungsreicher Musik.

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